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Ihre persönliche Unterrichtsskizze
Fehlt Ihnen eine Idee für den Unterricht, suchen Sie einen besonderen Impuls, benötigen Sie Material. Mit meiner Online-Beratung erhalten Sie so schnell wie möglich einige Vorschläge.
Vielleicht sind die bereits bestehenden Skizzen und Impulse, die auf Anfrage erstellt wurden, auch für Sie interressant.
Bitte geben Sie Name, Schule, E-Mail-Adresse, Klassenstufe, ggf. Bemerkungen zur Klassensituation und natürlich Ihr Anliegen, Ihren Wunsch und Ihre Fragen an.
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Dieses Angebot wird nur von Andreas Schultheiß betreut. Die Fragen und Antworten werden anonymisiert!
Hier die ersten Fragen und Antworten:
Sek I, Jahrgang 5/6
Frage: Kurz vor Weihnachten häufen sich die religiösen Feste. Wie kann ich ohne allzu großen Aufwand mit meiner Klasse über die Feste sprechen?
Antwort: Einen guten und schnellen Einblick bildet das von KollegInnen deshalb auch geschätzte Buch Feste der Religionen“ von Ursula Sieg. Es hat in der PTI-Bibliothek die Signatur F IV 251, ist jedoch häufig ausgeliehen. Tipp: vorbestellen!
Ergänzend sei auf die Publikation Vielfalt in der Schule“ von Regine Hartung (LI) hingewiesen. Hier werden auch rechtliche Fragen geklärt. Herausgegeben von der BBS und übers Internet abrufbar.
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Sek I, Sek II
Frage: Bei der Entscheidung unserer Schüler für Religion oder Philosophie haben wir Lehrer die nicht immer ganz leichte Aufgabe, die Spezifica unseres Fachs zu präsentieren. Worin bestehen Ihrer Meinung nach die wesentlichen Unterschiede zwischen beiden Fächern?
Antwort: Wenn man davon ausgeht, dass sich beide Fächer/Disziplinen mit Sinn- und Wahrheitsfragen beschäftigen, wäre es meiner Meinung nach ein Gebot intellektueller Redlichkeit, dass Philosophen (bzw. Philosophielehrer) sich mit den Anliegen der Religion(en) und umgekehrt Theologen (bzw. Religionslehrer)m mit denen der Philosophie auseinandersetzen und ihren Schülern nahe bringen. Aber lassen wir einmal alle theoretischen Erörterungen beiseite und machen es unterrichtspraktisch.
Nehmen Sie die vier Kant´schen Fragen und setzen Sie sie in Relation zu vier gewichtigen Fragen der Hebräischen Bibel
Die 4 Fragen von Kant | 4 Fragen aus der Bibel
Was kann ich wissen? | Adam, wo bist du? 1. Mose 3, 9
Was soll ich tun? | Kain, wo ist dein Bruder Abel? 1. Mose 4, 9
Was darf ich hoffen? | Was betrübst du dich, meine Seele? Psalm 42, 12
Was ist der Mensch? | Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Psalm 8, 5
Auch wenn die Fragen nicht deckungsgleich sind, sind Beziehungen nicht schwer erkennbar, aber auch wesentliche Differenzen.
Allgemein könnte man sagen:
Die Fragen Kants gehen von einem gedachten Nullpunkt aus, während die biblischen Fragen immer schon eine Geschichte bzw. ein Geschehen voraussetzen. Kants Fragen sind analytisch, distanzierend, vielleicht auch unbelastet, während bei den biblischen Fragen der Gefragte (Mensch) bzw. der sich selbst Befragende immer schon in eine Geschichte involviert ist. Konkret:
Adam, wo bist du? Nachdem Adam vom Baum der Erkenntnis gegessen hat, entdeckt er seine Nacktheit und versteckt sich. Er ist, ohne bereits darüber Klarheit erlangt zu haben, aus der Schöpfung heraus gefallen. Er wird jetzt fragen: Wer bin ich? Was ist die Welt?
Kain, wo ist dein Bruder Abel? Bekanntlich antwortet Kain auf die Frage Gottes: Soll ich der Hüter meines Bruders sein? Nach dem jüdischen Philosophen Emmanuel Lévinas redet sich Kain nicht etwa wie ein in flagranter ertappter Junge heraus, sondern er hat keine Dimension für den Nächsten. Er ist ontologisch von ihm geschieden. M.a.W.: Der Frage nach dem richtigen Tun geht immer schon der Tod oder die Verletzung des Anderen voraus. Oder: biblische Ethik geht immer schon von der Gefährdung des Anderen durch mich.
Was betrübst du dich meine Seele? Die Frage nach Hoffnung wird in der Situation der äußersten Verzweiflung gestellt. Die Antwort lautet: Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken. Diese Antwort könnte als billiger Trost aufgefasst werden, oder, wenn der Fragende sie sich selbst erteilt, als Autosuggestion. Man könnte aber auch sagen: Hoffnung ist der Vorschlag der Religion, die Situation der Aussichtslosigkeit sinnvoll zu gestalten.
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst? Auch diese Frage ist nicht ohne Voraussetzung gestellt. Sie ist formuliert aus der Gefühl eigener Nichtigkeit und der Erfahrung der eigenen Vergänglichkeit.
Noch einmal: Kants Fragen abstrahieren von einer Geschichte des Menschen. Sie sollen ermöglichen, ohne Voreinstellungen die Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz zu behandeln. Die biblischen Fragen involvieren den Menschen. Sie sind aus der Perspektive des erduldeten oder zugefügten Leidens formuliert. Eine voraussetzungslose Frage kennt die Bibel nicht.
Man kann die Ausgangsfrage auch aus einem anderen Gesichtswinkel behandeln. Die für die Herausbildung der abendländischen Kultur wichtigsten Traditionen sind das Judentum und das Christentum auf der einen Seite und das griechische Antike auf der anderen Seite. Letztere entdeckt oder entwirft die Vorstellung des freien autonomen und selbstverantwortlichen Individuums, erste entdecken den Nächsten und meine Verantwortung für ihn.
Wir sehen auch hier wieder, dass die Trennung der Disziplinen zwar pragmatisch sinnvoll sein kann, aber inhaltlich problematisch ist.
Stoff für ein halbes Jahr Unterricht.
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Sek I, Jahrgang 9/10
Frage: Für welche Themen des Rahmenplans bieten sich mehrwöchige Projekte an? Und können Sie kurz skizzieren, was da so möglich ist?
Antwort: Nehmen wir das Thema Gerechtigkeit. Im neuen – bisher nicht erlassenen – Rahmenplan soll das Thema im Sinne unterschiedlicher Gerechtigkeitsmodelle behandelt werden. Jeder Mensch stößt ja schon frühzeitig auf das Problem der Ungerechtigkeit, setzt vielleicht zunächst Gerechtigkeit und Gleichheit in eins, entdeckt die Brüchigkeit dieses Modells und hält, wenn es gut geht , nach differenzierteren Modellen Ausschau. In der jüdischen Tradition ist Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit nicht denkbar. Die biblischen Geschichten behandeln jedoch nicht in erster Linie die Gerechtigkeit, sondern machen Vorschläge, wie man in einer Welt der Ungerechtigkeit leben und gerecht handeln kann. Wichtige Fragen dabei sind, wie man mit der Tatsache all des ungesühnten - vielleicht auch selber erfahrenen – Unrechts umgehen soll, und welche Antworten man auf die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes (Warum lässt Gott all das zu?“) findet. Lässt es sich etwa mit der Vorstellung eines Gleichgewichts zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit leben? Nach dem Motto: wenn an einem Ort der Erde ein Feuer erlischt, so entbrennt ein neues an einem anderen Ort?
Ist die Gerechtigkeitsforderung überhaupt nicht legitim? Stehen wir nicht immer schon in der Schuld des Anderen? Und: Ist es zwingend , die Gerechtigkeitsforderung allein auf den Menschen zu beziehen? Wäre sie vielleicht auf alle Lebewesen auszudehnen? Man könnte also fragen, ob unsere bisherigen Gerechtigkeitsmodelle nicht viel zu eng gefasst sind.
Zum Teil existieren Unterrichtsmodelle zu diesen Fragestellungen, anderes müsste man erarbeiten.
Fordern Sie Unterrichtsmaterial an.
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Sek II
Frage: Das Thema Transzendenz“ scheint ein schwieriges Thema auch für die Oberstufe zu sein. Haben Sie eine Idee, wie man es bearbeiten könnte?
Antwort: Es ist tatsächliche eine schwierige Frage. Aber man verstellt sich auch den Blick, wenn man bei der Transzendenz“ von irgendeiner handhabbaren Größe ausgeht. Ähnlich verhält es sich mit der Gottesfrage, wenn man sie so angeht, wie sie seit Jahrzehnten in Lehrplänen und Unterrichtsmodellen behandelt wird. Losgelöst von der Verantwortung für die Welt und für den Nächsten wäre die Gottesfrage – radikal betrachtet – eine Übertretung des 2. Gebots Du sollst dir kein Bildnis machen“.
Der jüdische Philosoph Emmanuel Lévinas zitiert die Gemara : Rabbi Josef fragte: wer ist dort oben gewesen, zurückgekehrt und hat berichtet?“ Und Lévinas folgert: Als wäre Transzendenz nur ein Informationsaustausch mit einer jenseitigen Welt oder auch eine im Jenseits gemachte Erfahrung, die das Bündel unserer Kenntnisse bereicherte, uns aber dasselbe, das identische Wesen bleiben ließe…“ (Emmanual Lévinas, Neue Talmus-Lesungen, Frankfurt a.M. 1995, S. 34/35).
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Der litauische Philosoph und Talmudgelehrte Emmanuel Lévinas (1906-1995) widmete einen Großteil seines philosophischen Nachdenkens der Begegnung mit dem Anderen. Vor dem Hintergrund des Holocaust, dem seine Eltern und Geschwister zum Opfer fielen, stellt er die Blickrichtung der abendländischen Philosophie generell in Frage. In der Beziehung vom Ich zum Du – klassisch Subjekt-Objekt-Beziehung - ist der Andere immer schon potentielles Opfer meiner Deutungen, meiner Herrschaftswünsche usf. Lévinas schlägt stattdessen vor, vom grundsätzlich nicht begreifbaren Anderen her zu denken. Mein Getroffenensein von seinem Antlitz schützt ihn vor mir.
Wiederholt zitiert Lévinas eine Stelle aus Dostojewskis Werk Die Brüder Karamasow, wo es heißt: Wir sind den Anderen alles schuldig. Und ich am allermeisten.“
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Ernst Bloch sagte einmal in einem Interview dem Sinne nach, dass er die Vorstellung einer Transzendenz ablehne, aber das Transzendieren als Prinzip des Menschlichen ansehe.
Nach Friedrich Nietsche knallt der Mensch in dem Sich-nach-vorn-Entwerfen gegen die Wand, bzw. er trifft auf sein eigenes Spiegelbild.
Bei der Frage, woher ich/wir komme/n und wohin ich/wir gehe/n, stoßen wir natürlich unweigerlich auf Grenzen des Erklärbaren und Aufklärbaren. Hier berühren sich unser Transzendieren mit Vorstellungen von Transzendenz. Denn in welche Zukunft wir gehen und ob es jenseits des Todes nichts (Nichts) gibt oder eine für das diesseitige Leben relevante individuelle Perspektive, bleibt ein Geheimnis, auf das nur individuell geantwortet werden kann.
Die jüdische Rede von der Kommenden Welt“ ist nach dem Scheitern der sog. Projekte der Moderne, der Versuche also, die Menschheit unter ein sie glücklich machendes System zu pressen, noch einmal neu zu denken. Mit unserem ganzen Wissen über die Gräuel des 20. Jahrhunderts ist es schwer vorstellbar, dass die Visionen eines Jesaja oder Micha auf der Erde einmal konkrete Gestalt annehmen sollten. Welchen Sinn hätte dann aber ihre Rezitation“?
Mit Habermas wäre zu antworten, der Gültigkeitsanspruch der Religion heute liegt darin begründet, dass sie das bisher Uneingelöste formuliert: die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in der Welt. Unsere Aufgabe bestünde darin, die alten Visionen in schöpferische Relation zur Realität zu setzen. (In der klassischen Sprache der Theologie geht es um die Dialektik von Immanenz und Transzendenz).
Die Antwort von Herrn K. auf die Frage, ob es einen Gott gäbe, lautete bekanntlich: wenn für den Fragenden die Antwort, egal wie sie ausfiele, von Belang sei für sein Leben, dann habe er sich schon entschieden: er brauche einen Gott. Diese Antwort ließe sich in gewissem Sinne auch auf das Nachdenken über Transzendenz übertragen. Die Rede von der Transzendenz könnte den Sinn haben, die Hoffnung für die Welt offen zu halten.
Das bisher Gesagte war Sortierungshilfe. Jetzt zum Thema Unterricht.
Hier DER Vorschlag einer möglichen Unterrichtsabfolge.:
1. Eine Textskizze: Wie viele Jahre kannst Du real voraus denken und wie viele Jahre Du real zurückdenken? Wie sieht die Welt jeweils aus? Beschreibe die Welt Deiner Urenkel und die Deiner Urururgroßeltern. Was würde ich meinen Kindern von der Zukunft oder von der kommenden Welt“ erzählen?
2. Bild, Collage, Aufsatz, etc: .Ich träumte, ich lebe in einer glücklichen Welt"
3. Eckenplausch. Auseinandersetzung mit philosophischen und religiösen Texten, die das Thema Transzendenz behandeln. Zum Beispiel mit der Methode des Eckenplausches“.: an den Ecken des Raumes wird großformatig je ein Zitat aufgehängt, und die SchülerInnen positionieren sich entsprechend. Zunächst findet ein Austausch in der Gruppe der Gleichgesinnten statt, danach treten die Gruppen miteinander ins Gespräch.
Die folgenden Zitate stammen aus dem Internet:
Was jenseits des Denkens, jenseits des Wissens liegt, das kann man sich nicht vorstellen oder in einen Mythos oder ein Geheimnis für die Wenigen verwandeln. Es ist da, man muß es nur sehen.
Krishnamurti, Vollkommene Freiheit
Religion ist die Auflösung des "Ich" und ein Handeln, das dieser Stille entspringt. Ein solches Leben ist ein sinnvolles, ein heiliges Leben.
Krishnamurti, Das Licht in dir
Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod, aber für alle Fälle nehme ich immer Unterwäsche zum Wechseln mit.
WOODY ALLEN
Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: wie weit ist sie von der Innenstadt entfernt, und wie lange hat sie offen.
WOODY ALLEN
Der Tod ist Anfang eines neuen Lebens.
Montaigne, Essais
Der letzte Schritt der Vernunft ist anzuerkennen, daß es unendlich viele Dinge gibt, die über sie hinausgehen.
Blaise Pascal, Pascal
Erst am Ende der Erkenntnis aller Dinge wird der Mensch sich selber erkannt haben. Denn die Dinge sind nur die Grenzen des Menschen.
Friedrich Nietzsche, Morgenröte
Verständnis und Liebe sind Werte, die alle Dogmen transzendieren.
Thich Nhat Hanh, Meditationen zu "Lebendiger Buddha, lebendiger Christus"
Transpersonale Erfahrungen, in denen die Grenzen des Raumes überschritten werden, lassen vermuten, daß die Grenze zwischen dem Individuum und dem übrigen Universum nicht festgelegt und absolut sind. Unter besonderen Umständen kann man sich in seinem Erleben mit allem identifizieren, was im Universum existiert, auch mit dem gesamten Kosmos.
Stanislav Grof, Das Abenteuer der Selbstentdeckung
Sie können Gott berühren, indem Sie eine Blume oder die Luft berühren oder einen anderen Menschen anfassen. Außerhalb davon gibt es keinen Gott.
Thich Nhat Hanh, Versöhnung beginnt im Herzen
Im Alter müssen wir eine zweite Kindheit beginnen. Wir brauchen die Hoffnung, daß es noch etwas mehr gibt, wir brauchen den Glauben, daß es etwas gibt, was größer ist als wir, das uns hilft, die übergeordneten Zusammenhänge zu erkennen.
John Bradshaw, Das Kind in uns
Ich würde sagen, daß eines der befriedigendsten und vollständigsten Beispiele für Ich-Transzendenz die gesunde Liebesbeziehung ist.
Abraham H. Maslow, Motivation und Persönlichkeit
Die Leute haben Sterne, aber es sind nicht die gleichen. Für die einen, die reisen, sind die Sterne Führer. Für andere sind sie nichts als kleine Lichter. Für wieder andere, die Gelehrten, sind sie Probleme. [...]. Aber alle diese Sterne schweigen. Du, du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat.
Antoine de Saint-Exupéry, Der Kleine Prinz
Der vollkommen Erleuchtete weiß, daß Leben und Tod den Wellen im Ozean gleichen, die kommen und gehen, und er weiß auch, daß hinter allen Phänomenen etwas liegt, das niemals stirbt, weil es nie geboren wurde. Daher hat er keine Angst vor dem Tod, weder dem eigenen noch dem anderer. Weiß er doch, daß alles wiedergeboren wird, gemäß seines Karmas.
Philip Kapleau, Der vierte Pfeiler des Zen
Der sensible Jüngling, der noch nicht viel weiß, ist die unglücklichste Kreatur unter der Sonne, denn seine Seele ist zwei gewaltigen entgegengesetzten Kräften preisgegeben: eine unsichtbare Kraft erhebt ihn über die Wolken und zeigt ihm die Schönheit der Schöpfung hinter dem Nebel der Träume, und eine sichtbare Kraft fesselt ihn an die Erde, füllt seine Augen mit Staub und lässt ihn einsam und ängstlich in undruchdringbarer Finsternis zurück.
Khalil Gibran, Sämtliche Werke
Eines zu sein mit Allem, das ist Leben der Gottheit, das ist der Himmel des Menschen.
Friedrich Hölderlin, Hyperion
Das Wort "Transzendenz" kann zweierlei Bedeutung haben: eine den menschlichen Horizont überschreitende Wirklichkeit, oder aber eine besondere Erfahrungsweise des Menschen, die jeden Bewußtseinsinhalt in eine andere Dimension hebt. So kann die Verfassung, in der der Mensch etwas Einfaches, Alltägliches verrichtet, transzendentalen Charakter gewinnen, und ein Gebet, das nichts ist als eine sehr weltliche Bitte, ohne transzendentalen Charakter sein.
Karlfried Graf Dürckheim, Von der Erfahrung der Transzendenz
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